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Unternehmen > Porträt > Interview Skulschus Interview mit Marco Skulschus
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Dieser Artikel enthält ein längeres Interview mit Marco Skulschus. Er ist seit dem 2003 (Firmengründung 2000) in der Geschäftsführung tätig. In diesem Gespräch berichtet er über seine Anfänge bei der Comelio GmbH, seine Interessen in der Informatik, Wünsche für die Zukunft und wie er die IT-Projekte leitet.
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Interview mit Marco Skulschus (GF)
Wie
kamen Sie zur Comelio GmbH?
Ich
studierte 2000/1 in Paris Ökonomie, kam dann in der zweiten Jahreshälfte aus
Paris zurück und suchte natürlich wieder einen Job. In Paris hatte ich bei
einem ganz typischen Internert-Start-Up-Unternehmen gearbeitet, das auch heute
noch im Geschäft ist, und ich wollte selbstverständlich meine Interessen bzw.
meine beruflichen Erfahrungen auch in der Informatik machen. Das war zu dieser
Zeit in Deutschland schon nicht mehr so ganz einfach, da bedauerlicherweise
ja eine Wirtschaftskrise ausgebrochen war. Dass ich dann bei der Comelio GmbH
eine Stellung bekam, die mich auch sehr interessierte, ist nicht nur aus heutiger
Sicht bemerkenswert, sondern überhaupt auch aus der damaligen Zeit heraus
interessant. Man hätte ja auch – wie viele andere – sonst wo eingestellt werden
können, ohne diese vielen Möglichkeiten gehabt zu haben.
- Hätten Sie gedacht, die Geschäftsführung zu übernehmen?
- Wenn man als Student bei einer Firma beginnt und nachher eine feste Stelle
erhält, geht man grundsätzlich nicht davon aus, gleich der Chef vom Ganzen
zu werden. Jetzt muss man das allerdings im vorliegenden Fall auch etwas einschränken,
denn die Firma bestand damals nur aus ungefähr zehn Mitarbeitern, der Standort
in Bochum war ganz neu bzw. sollte ja gerade erst einmal mit Mitarbeitern
ausgestattet werden und seine ersten Gehversuche machen.
- Was waren Ihre Aufgaben?
- Damals war das Seminar- und Beratungsgeschäft noch sehr erfolgreich. Das
hat heute praktisch keine Bedeutung mehr bzw. dient mehr dazu, die eigenen
Mitarbeiter auszubilden und neue Kundenkontakte zu knüpfen. Dies gelingt bei
einigen Themen besser als bei anderen, wie man sich vorstellen kann. Meine
Aufgaben bestanden also daraus, die Seminare in den Themen XML, PHP und später
auch Java durchzuführen. PHP war damals in einer sehr aufstrebenden Phase
und kurz vor der Etablierung quch im Enterprise-Bereich. Ich erinnere mich
noch gut an diese vielen Veranstaltungen. Es wurde dann in meinem Zeitplan
sehr schnell von XML abgelöst.
- Sind die Aufgaben heute andere?
- Nun, es ist verständlich, dass neben der direkten Arbeit am Umsatz grundsätzlich
auch viele typische Aufgaben in den Bereichen Personalführung, Projektleitung
und Kundenkontakte bestehen. Ich schätze das heute so ein, dass ich ungefähr
die halbe Zeit selbst auch Umsatz bringe und mich ansonsten um Führungs- und
Innovationsaufgaben kümmere. Nichtsdestotrotz bin ich selbst immer noch an
den Beratungsveranstaltungen interessiert, mache diese in meinen Themen auch
immer noch gerne und regelmäßig. Man muss allerdings auch sagen, dass die
Leute sich auch genau wegen mir anmelden und mich auch persönlich kennen lernen
wollen. Wir haben seit 2004 viele Kontakte im deutschsprachigen Ausland, und
insbesondere die Schweiz ist regelmäßig bei uns zu Gast oder umgekehrt.
- Wie führen Sie Projekte durch?
- Was die Projekte anbetrifft, so habe ich nach dem Studium als Vollzeitangestellter
relativ schnell auch die Tätigkeit eines Projektleiters angenommen und bin
auch verstärkt in den Beratungsbereich übergewechselt. Das liegt, wie man
sich vorstellen kann, nicht zuletzt auch an der reizvollen Aufgabe, nicht
nur über die Technologien zu sprechen, sondern sie auch konkret einzusetzen
bzw. mit ihnen zu spielen. Ich arbeite als Analytiker mit, entwerfe auch das
Modell, rede mit dem Kunden und organisiere dann die korrekte Durchführung.
Die Projekte, die ich durchführe, übersteigen normalerweise nicht die Grenze
von 150.000 Euro, sodass hier grundsätzlich noch keine Programmiererherden
oder riesige Teams notwendig sind. Wir versuchen, mit den Techniken, die wir
einsetzen, möglichst raffiniert umzugehen, haben ein von mir entwickeltes
sehr straffes Regiment der Aufgabenteilung und –kontrolle, mit dessen Hilfe
wir alle sehr gut zusammenarbeiten und auch stressfrei arbeiten können. Meine
Anwesenheit ist durch diese Aufgabentechnik nicht immer notwendig.
- Programmieren Sie auch selbst?
- Ich arbeite auch am Quelltext, weil ich immer Ansprechpartner für Fragen
bin, die Prototypen meistens selbst oder in besonders enger Zusammenarbeit
mit dem Kunden oder den Kollegen hier im Haus entwickele und natürlich die
Veröffentlichungen über Quelltext produziere. Insbesondere der erste Punkt
ist mir hier sehr wichtig. Man kann grundsätzlich mit jeder Frage – technologischer
Art oder auf einen Algorithmus bezogen – im Rahmen eines von mir organisierten
Projekts auf mich zukommen. Dann eine hilfreiche Antwort zu haben, sorgt dafür,
dass ich auch durch eigenes Fernbleiben vom Bildschirm niemals den Kontakt
zur Programmierung selbst verliere. Aber auch wir müssen auf die Kosten achten,
und da ist meine Arbeitszeit in vielen anderen Bereichen oft sinnvoller investiert.
- Gibt es Themen, die eine persönliche Bedeutung für Sie haben?
- Ja, das ist eindeutig XML. Als ich angefangen habe, mich mit Java oder PHP
zu beschäftigen, da waren beide schon jeweils fünf Jahre auf dem Markt, und
ich bin auf einen fahrenden Zug aufgesprungen. Das war zwar jeweils früh genug,
aber natürlich keine Pionierleistung. Was allerdings XML anbetrifft, da habe
ich mich schon sehr früh durch verschiedene universitäre Arbeiten mit diesem
Thema auseinander gesetzt. Sehr schnell habe ich dann auch genau im XML-Bereich
die ersten Beratungs- und Entwicklungsaufträge erhalten, die mir auch heute
noch immer sehr viel bedeuten, da man mit dieser Technologie oftmals in Bereiche
vordringt, die man ansonsten nicht betritt. Das erkläre ich mit der einfachen
Tatsache, dass XML-Technologien letztendlich nur Techniken der Datenbeschreibung
und des –austausches darstellen. Weil nun aber wirklich überall Daten beschrieben
und ausgetauscht werden müssen, ergibt sich ein Einsatzbereich, der so groß
wie der gesamte Einsatzbereich der Informatik ist. Es ist für mich sehr schön
zu sehen, dass ich nun mit meinen vielen Büchern zu diesem Thema einer der
erfolgreichsten Autoren im deutschsprachigen Raum bin, Kundenkontakte überaus
einfach zu Stande kommen und quasi die Türen automatisch offen stehen. Vielleicht
liegt es auch daran, weil ich bei den Themen, die mich persönlich interessieren,
immer auch extra engagiert bin bzw. mein Interesse überaus deutlich wird und
das natürlich den Kunden sehr zusagt.
- Haben Sie ein neues Steckenpferd?
XML bleibt natürlich die nächsten Jahre noch erhalten. Seit einiger Zeit beschäftige
ich mich mit den verschiedenen Ansätzen, Entwurfsmuster zu verwenden. Dies
liegt auch daran, weil einer der wesentlichen Techniken bei meinen Aufgabenstellungen
im konkreten Projekt die Verwendung von Mustern ist. Man kann Entwürfe und
Architekturen wunderbar mit ihnen in einem einzigen Begriff zusammenfassen
und muss nicht viele Worte verlieren. Durch die Betreuung von Diplomarbeiten
in unserem Unternehmen, die genau auch das Thema Muster zum Thema hatten,
bin ich auch hier schon aus dem alltäglichen Verwendungsbereich heraus und
in andere Sphären abgedriftet. Allerdings: ich weiß, dass es für die Kunden
und auch für meine Kollegen nur von Nutzen sein wird.
- Welche persönlichen Ziele haben Sie?
- Ich will die Themen, die mich persönlich interessieren, in allen Arbeitsgebieten,
die ich habe, auch weiterhin betreuen und mich auch darin immer weiter fortbilden.
Ansonsten bin ich zurzeit sehr zufrieden mit dem, was ich schon erreicht habe
und wie zurzeit die Dinge stehen.
- Welche Ziele haben Sie für die Comelio GmbH?
- Die Wirtschaftskrise ist auch an uns nicht vorüber gegangen. Trotz des Wachstums,
den wir verzeichnen, mussten wir auch aktiver am Markt auftreten, Kunden mehr
überzeugen als früher und auch verstärkt auf die Kosten achten. Allerdings
haben sich durch diese Erfordernisse auch neue Chancen, Erfahrungen und damit
auch Managementtechniken ergeben, die wir nun nutzen und von denen wir hoffentlich
noch lange profitieren. Auch für die Comelio GmbH gilt: ich wünsche ein Fortschreiben
der aktuellen Situation mit Tendenz nach oben. Wir sind immer sehr behutsam
und umsichtig vorgegangen. Das wird auch weiterhin so bleiben. Wir selbst
und auch unsere Kunden sind auf langfristige Beziehungen angewiesen, und diese
werden wir erhalten.
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